
Die 5. Jubiläumstour am 25.06.2011 wird definitiv in die Annalen von "Burning Roads" eingehen. Obwohl mit 325 Kilometern die zweitkürzeste Marathonroute gefahren wurde, war dies definitiv die schwerste Tour.
Zum Start um 02:00 Uhr fanden sich alle pünktlich ein und nach einem kurzen Briefing gings dann direkt auf die große Runde. Ein sehr imposanter, langer, hell leuchtender Lindwurm formierte sich und nahm Kurs richtung deutsch-niederländischer Grenze. Immer vorneweg: Zwei Motorräder die den Verkehr regelten und uns den Weg frei machten. An dieser Stelle: Super Jungs und Mädels! Das war klasse! Die Begleitfahrzeuge reihten sich hinter dem Feld ein und schirmten uns so nach hinten ab. Auch hier: Tausend Dank an alle die 325 Kilometer im Auto nebenher gefahren sind. Das ist nicht einfach aber super wichtig. Klasse Arbeit!
Durch noch im dunkeln liegende, holländische Parklandschaften ging es direkt zum ersten Pausenpunkt vor Rijssen. Um 4:15 Uhr nach 57 Kilometern gab es hier die erste 15 minütige Rast. Bis hierher lief alles pannenfrei. Brötchen und Getränke standen zum Verzehr bereit und wurden dankend angenommen. Danach: Mund abputzen und weiter! Deventer (Kilometer 90) wurde wegen der frühen Ortszeit problemlos auf den Hauptstraßen durchquert. Direkt danach folgten 35 Kilometer herrlicher Ijsseldeich mit Panoramablick. Mitten auf dem Deich gabs dann den einzigen größeren Crash. Zwei Fahrer kamen zu Fall. zum Glück hat niemand ernste Verletzungen davongetragen. An eine Weiterfahrt war aber dennoch nicht zu denken da beide Räder irreparabel beschädigt waren. Von nun an hatte der Besenwagen also zwei "Gäste".
Am Ende des Deichs kurz vor Zwolle folgte dann nach 125 Kilometern die zweite Pause. Bis hierher war es auch an der Pannenfront sehr ruhig. Zwolle war die größte Stadtdurchfahrt auf der Tour, konnte aber aufgrund der frühen Ortszeit noch problemlos auf den Hauptstraßen erledigt werden.Die Motorräder regelten alles perfekt.
Nach Zwolle ging es auf einem 60 Kilometer langen Abschnitt westwärts nach Coevoorden. Dort wartete unser Mittagessen. Es setzte leichter Nieselregen ein der uns von nun an, mit einigen Pausen, den ganzen Tag begleiten sollte. Und noch jemand gesellte sich von nun an zu uns: Die Pannenhydra. Eine Pane behoben, wartete schon die nächste. Zusammen mit dem Wind und dem Nieselregen sorgte das für zähes Vorankommen und es gab reichlich Arbeit für den Pannendienst. Coevoorden wurde dennoch planmäßig um 10:40 Uhr erreicht.
Eine Stunde lang vom Rad runter, die Gabel in Nudelberge bohren und die Beine baumeln lassen. Eine Wohltat.
Gestärkt ging es zum nördlichsten Wendepunkt nach Rütenbrock der gegen 14 Uhr erreicht wurde. Von hier aus sah der Routenplan 60 Kilometer Südkurs vor. Das hieß: 60 Kilometer mittelprächtigen Gegenwind und Nieselregen. Hier in Rütenbrock fiel die Entscheidung: Die 50 Kilometer lange Runde durch den Kreis Steinfurt wird nicht mehr gefahren! Es wartete auch so noch genug Arbeit.
Also wieder aufgesattelt, den Wind Wind und den Regen Regen sein lassen und kräftig in die Pedale treten! Begleitet von mehreren Pannen kamen wir dem Ziel aber von nun an immer näher.
Nach 325 Kilometern lag dann Ochtrup und die Zielgerade in Sichtweite. Nach einer wirklich entbehrungsreichen Fahrt über 16 Stunden freute sich jetzt jeder auf das Ziel. Am Anfang der langen Zielgeraden sahen wir schon die vielen Leute am Ziel, die es trotz der früheren Ankunftszeit dorthin geschafft haben. Mit einem tollen Empfang, Sekt, vielen Gratulationen, Erinnerungsfotos und Schulterklopfern ging dann um 18:00 Uhr eine unglaubliche Fahrt zu Ende. Es gibt wirklich so viele Episoden, dieser Bericht ist nur eine sehr grobe Zusammenfassung von allem.
Die Fahrt war unglaublich fordernd, aber die Disziplin aller Fahrer war größer. Gemeinsam haben wir es geschafft und alle sind froh und können aber sowas von stolz auf sich sein! Die Endorphine tun ihr übriges und werden erst in ein paar Tagen aus dem Körper sein.